Selfpublishing is my solution ;)

me_oldIch habe mich entschlossen, künftig selbst zu publizieren. Unter dem Namen „annidivini-publishing“ werde ich ab sofort auf geeigneten Plattformen meine Werke als eBooks veröffentlichen. Als erstes erscheint demnächst mein Krimi „Linsen, Spätzle. Tod“. Geplant sind außerdem Sachbücher und ein Kinderbuch.  Hier ein Auszug aus dem Krimi. Achtung: Keine leicht verdauliche Lektüre!  : )

„…Und da kamen schon die ersten Interessenten. Fliegende Smaragde. Die blau glänzende Calliphora vicina und die goldengrüne Lucilia. Wunderschöne Namen für widerwärtige Insekten, Schmeißfliegen, fleißige Profiteure des Todes. Zuerst nur vereinzelt, angelockt vom unwiderstehlich herbsüßen Duft, mit fettem Surren eifrig suchend nach geeigneten Stellen.

Sie mussten ihre Eier legen. Auf und in seine Frau. Den verwesenden Leichnam als Substrat für die Maden und Larven nutzen, sinnvolle Verwertung sich zersetzender organischer Substanzen. Simples Programm primitiver Zweiflügler. Äußerst effiziente Lebewesen, deren Urahnen schon die Dinosaurier auf ihrem letzten Weg begleiteten. Hochreiter konnte sie nicht daran hindern, sie nicht einmal mit der Hand verscheuchen. Karins starre Augen, immer noch groß und grün, aber ohne den funkelnden Glanz. Die zum letzten Schrei geöffneten karminrot geschminkten Lippen, der schöne Mund ohne Atem. Nur noch Pforten für die Resteverwerter. Die metallisch schillernden Insekten prüften mit ihrem Leckrüssel sorgfältig den Untergrund. Setzten dann mit dem Hinterleib präzise und akkurat die Eistifte zu kleinen Päckchen gebündelt nebeneinander ab. Wie außerirdische Roboter, seelenlose Maschinen, die ihre hungrigen Nachkommen im Akkord auswerfen. Hochreiter wusste, wie es weiterging. Er war lange genug Polizeireporter gewesen.   Er wollte es nicht sehen, durfte es nicht, versuchte vergeblich den Kopf auf die andere Seite zu drehen. Ein langgezogener kraftlos klagender Schrei wie von einem waidwunden Tier kam aus seiner Kehle. Er hatte keine Kraft mehr. Wimmernd schloss er die Augen. Aber er musste ihn immer noch hören, den sonoren Gesang der geflügelten Besucher, der Boten des Jenseits. Ein zufriedenes und beruhigendes Brummen und Summen, wie wenn eine Mutter ihr Kind in den Schlaf wiegt, mal höher, mal tiefer in der Tonlage: „wirnehmendichmit…kommdochmitunsss… wirnehmendichmit…kommdochmitunsss…wirnehmendichmit…kommdochmitunsss…wirnehmendichmit…“ Er verlor wieder das Bewusstsein.   Es gab in jenem Jahr besonders viele von ihnen. Der milde Winter und das feuchtwarme Frühjahr erschufen einen furchtbaren Fliegensommer. Letzten Samstag an der Wimsener Höhle mussten sie ihnen ihre frisch aus der träge vorbeifließenden Zwiefalter Aach gefangenen Forellen „Müllerin Art“ überlassen. Wie Krähen fielen sie urplötzlich in schwarzen Schwärmen über die Teller her und ließen sich nur kurz durch eifrig und zunehmend verzweifelt wedelnde Hände vertreiben. Hochreiters Weinglas fiel um und flutete Porzellan und Speise. Karin lachte noch amüsiert: „Jawohl, Alex, Fisch muss schwimmen, Prost!“ Alles Bemühen nutzte nichts. Nach einer kurzen Fluchtrunde um den Tisch saßen sie wieder summend auf dem weißen Fleisch, schlürften den leckeren eiweißhaltigen Saft. Putzten sich von Kopf bis Hinterteil, richteten satt und zufrieden die Flügel. Vor einer halben Stunde noch schnappte der Räuber aus dem Wasser nach ihnen. Rache der Verfolgten an ihren ewigen Jägern, Mahnung an die Menschen: Euch kriegen wir auch noch! Es war widerlich. Wer weiß, wo sie herkamen, worauf sie gesessen, in was sie ihre Rüssel getaucht hatten… Hochreiter warf angeekelt die Serviette wie ein Leichentuch über das Schlachtfeld aus Haut, Fleisch, Gräten und den blöde glotzenden milchig blinden Augen…“ copyright 2014 by Gerhard D. Wulf, annidivini-publishing

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